Anne Rinn
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Wandzeichnung, Installation, Video
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12.03.2008

Einführungsrede zur Ausstellung im Technologiepark Tübingen-Reutlingen
27.04.2006
Reutlinger Generalanzeiger
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07.04. - 20.04.2005

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Südkurier, Konstanz
25. Februar 2003
St. Gallener Tagblatt
01. März 2003
Katalog
Januar 2003

Mikrokosmos Zeitschrift für Mikroskopie 91, Heft 1 , 2002
Januar 2002

Text auf www.kx-Kampnagel.de (Galerie KX-Kampnagel Hamburg)

Adlershof Magazin (Heft 1, Seite 24 - 28)
November 2000

Kunstverein Zehntscheuer

Galerie Acud, Berlin
Berliner Morgenpost vom Sonntag
31. August 1997
Berliner Tagesspiegel (S. 24)
26. August 1997

KÄFER UND KNIE
Drei Installationen von Anne Rinn in der Galerie Acud

Erschienen: 26. August 1997
Medium: Berliner Tagesspiegel (S. 24)
Autor: val

Knie aus Gips liegen in einer langen Reihe auf dem Fußboden. Gelbliche Pergamentfahnen mit Tausendfüßlern, Käfern, Fliegen, hängen von der Decke. Über eine weiße Wand huschen Autos, die sich ähneln. So weit die Ausstellung "Objekte und Film" von Anne Rinn in der Galerie Acud. Nicht sehr aufwendig - drei Installationen -, aber effektvoll und hintergründig. Ein bißchen wirkt dieses Ensemble wie ein originelles Bühnenbild. Aber auch das täuscht, denn diese Installationen beschäftigen sich damit, wie der Mensch Bewegung wahrnimmt.

Für ihre Videoaufzeichnung "Gegenläufe" hat Rinn Autos mit Tusche auf Pergament gemalt und sie mit einer Super-8-Kamera abgefilmt. In einer Endlosschleife rasen diese Fahrzeuge (die der Betrachter von Ferne auch für Insekten halten könnte) lautlos über die Wand. Diese Illusion - die interessanteste der drei - ist Rinn gelungen: Die aufeinander zu-, voneinander weg- und nebeneinander herrasenden Fahrzeuge fesseln den Blick. Auch die Knie beschreiben eine Bewegung. Rinn hat für diese Objekte von ihrem mal mehr, mal weniger gebeugten Knie Abgüsse gemacht. Die torsohaften Gipsstücke suggerieren einen in Einzelteile zerlegten Bewegungsablauf. Letztlich gleichen die Knie den Autos im Video.

Die Käfer, scheint es auf den ersten Blick, verendeten in einer dieser klebrigen Insektenfallen, wie sie sonst in Haushalten von der Decke baumeln. Rinn hat für dieses Objekt in Öl gelegte Pergamentfahnen verwandt. Sie greifen ebenfalls das Bewegungsmotiv auf, erinnern zugleich an Filmbänder. Auch an ihnen kann der Betrachter mit seinem Blick entlangwandern.

Rinns Installationen sind gelungene Trompe-L'oeils und regen die Phantasie an: zum endlosen Spinnen von Gedankenfäden. Darüber zum Beispiel, wie sich alles sinnlos bewegt und wiederholt, und letztlich vergeht. Das sind zwar keine neuen Erkenntnisse, aber die Art, wie Rinn sie - in den drei Medien Film, Skulptur, Tuschzeichnung verkleidet - ist sehenswert.

Galerie Acud; Veteranenstraße 22, bis zum 10. September; Mittwoch bis Freitag 15-18 Uhr, Sonnabend 12-15 Uhr