Anne Rinn
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Mikrokosmos Zeitschrift f├╝r Mikroskopie 91, Heft 1 , 2002
Januar 2002

Text auf www.kx-Kampnagel.de (Galerie KX-Kampnagel Hamburg)

Adlershof Magazin (Heft 1, Seite 24 - 28)
November 2000

Kunstverein Zehntscheuer

Galerie Acud, Berlin
Berliner Morgenpost vom Sonntag
31. August 1997
Berliner Tagesspiegel (S. 24)
26. August 1997

MISSION APOLLO 18
Die Zeichnerin Anne Rinn stellt in der Berliner Galerie Wei├čer Elefant ihre "Frau im Mond"-Serie vor

Erschienen: 30.03.2005
Medium: Berliner Zeitung
Autor: Anke Springer

Die Zeichnerin Anne Rinn findet ihre Motive weit ├╝ber unseren K├Âpfen. Sie schickt die Betrachter dieser Bilder bis auf den Mond und konfrontiert sie dort mit einer Weltraum-Mission, die es nie gegeben hat. Die Ausstellung "Apollo 18" in der Galerie Wei├čer Elefant steht f├╝r eine Begegnung mit der Frau im Mond, fast so, wie der Regisseur Fritz Lang sie sich einst in seinem Stummfilm so ausgedacht hatte. Was Anne Rinn aufs Papier setzt, ist aber zugleich auch eine Aufforderung ans Publikum, zu suchen und zu forschen.

Wie Steckbriefe ├╝berschreibt Anne Rinn ihre Buntstiftbilderserie mit dem Ausdruck "Wanted". Darin sind etwa Vermessungsger├Ąte abgebildet, die Astronauten bei vergangenen Apollo-Missionen zur├╝ckgelassen haben. Die 18. kann es jedenfalls nicht gewesen sein, diese hier ist einzig eine Erfindung der K├╝nstlerin. Wer sich auf ihre spielerische Einladung einl├Ąsst, findet aber noch viel mehr auf den Bl├Ąttern als blo├č Weltraumschrott. Er erh├Ąlt Signale von Wesen fremder Galaxien, die sich ebenfalls bem├╝hen, uns ihre Welt verst├Ąndlich zu machen. Das hat viel mit Science Fiction zu tun, ist deshalb aber noch lange nicht Krieg der Sterne. Anne Rinn sendet gleichsam Sinn ihre eigenen Tuschezeichnungen ins All, so wie 1977 von Wissenschaftlern der Nasa in den "Golden Records" der Voyager-Missionen Fotos und Schallplatten versandt wurden. Anders ausgedr├╝ckt: Rinn setzt sich mit dem Spiel von Realit├Ąt und Illusion auseinander.

Die 37-J├Ąhrige T├╝bingerin illustriert mit spitzen Bleistift und wenigen Farben einen augenzwinkernden kosmischen Dialog. Im zweiten Teil der Ausstellung setzt sich dieses Thema mit ├Ąlteren Arbeiten fort. Rinn f├╝hrt ihre Zeichnungen dabei bis auf die schlichtesten Formen zur├╝ck. Eine davon zeigt blo├č noch einen Punkt auf wei├čem Papier, mehr nicht.

Dann wieder verteilen sich ├╝ber einen Bogen so viele Details, dass die Linien vor den Augen zu flirren beginnen. Die Striche verheddern sich geradezu, leiten den Blick kreuz und quer ├╝ber das Blatt und verschmelzen dennoch zu einem harmonischen Ganzen, das mitunter an Zellgewebe erinnert. Immer wieder spielt das Thema Metamorphose eine Rolle: hier vielleicht die Anmutung einer Zellteilung als Ursprung jeden Lebens, dort der Wandel vom Affen zum Menschen oder die biblische Entstehung der Frau aus der Rippe eines Mannes.

Manchmal sieht es aus, als ob die K├╝nstlerin f├╝r diese Bilder nur ein einziges Mal den Stift ansetzen musste, um mit einer Linie und Leichtigkeit das ganze Motiv zu beschreiben. Dann wieder wirken die Arbeiten aufgesetzt und schablonenartig schwer. Kommt wie auf einigen, wenigen Bildern Farbe dazu, verleiht sie den harten Kontrasten eine warme, ruhigere Ausstrahlung. Gr├╝nlicher Nebel umwabert ein amorphes Gebilde. "Aerophyt" hat Anne Rinn das Bild genannt und unterstreicht mit diesem wissenschaftlich klingenden Titel umso mehr das Mysteri├Âse.

Das Bild aus dem Zyklus "Schwarze Wolke, Gr├╝ne Wolke" k├Ânnte auch genauso gut eine Fortsetzung ihrer Mond-Mission sein - die Antwort vom Mars, vielleicht.

Galerie "Wei├čer Elefant", Auguststra├če 21, bis 16. April, Di-Fr 13-18 Uhr, Sa 13-17 Uhr.